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Samstag, 3. August 2013

Liebe macht Anders

Autor: Karen-Susan Fessel
Seiten: 170
Preis: 9,99€
Verlag: Kosmos {Herzblut}

Geschichte:
Anders kommt neu in Sannes Klasse. Nicht nur sein Name ist Anders, auch sein ganzes Wesen scheint ihn von den anderen abzuheben. Irgendwie ist Anders anders.
Zwischen Anders und Sanne entwickelt sich eine Liebe, die nicht jedem gefällt. Robert, der bisher unangefochtene Mädchenschwarm, der ebenfalls ein Auge auf Sanne geworfen hat (was von ihr nie erwidert wurde) sieht es am wenigsten gern. Und lässt das auch jeden spüren.
Doch Anders freundet sich nicht nur mit Sanne an, auch mit Pascal, der in der Klasse nicht sonderlich beliebt ist und nur „Pickelgesicht“ genannt wird, mit dem Anders regelmäßig joggen geht, verbindet ihn bald eine gute Freundschaft.
Dass das zwischen ihr und Anders etwas besonderes ist, spürt Sanne bald. Und auch, dass mit Anders wirklich irgendwas anders ist. Nicht nur, dass er sich anders verhält, nein er scheint einfach auch komplett anders, als andere Jungen zu sein.
Auch die Gruppe um Robert herum macht sich Gedanken – Denn Anders ist nirgendwo im Internet zu finden. Er ist nicht bei facebook und auch wenn man ihn googelt kommt kein Ergebnis zu Anders direkt. Nur zu seiner Familie – Vater, Mutter, 3 Töchter, von denen eine Anders wie auf´s Ei gleicht. Aber kein Anders. Die Jungen graben weiter in Anders Vergangenheit herum und irgendwann kommen sie tatsächlich auf die Lösung.
Ob das der Grund ist, warum sie Anders auf einer Feier in die Enge treiben, er von der Brücke fällt und stirbt?

Meine Meinung:
Das Buch ist unglaublich schön geschrieben und am Ende sind 170 Seiten viel zu wenig, auch wenn man Anfangs noch nicht so ganz reinkam.

Die Geschichte ist halb von einem allwissenden Erzähler erzählt und halb von den Polizeiverhören der Mitschüler, Freunde und Familienmitgliedern von Anders, so dass man immer parallel zur Geschichte noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen geliefert bekommt. Was mit Anders anders ist, ist einem ziemlich schnell klar, aber so richtig sicher ist man sich eigentlich nicht, bis man die Auflösung gelesen hat.
Trotzdem würde ich das Buch nicht als Thriller bezeichnen, von einem Thriller erwartet man mehr Spannung, also so negative Spannung, und die fehlt hier. {Zum Glück ;) }
Mir fällt gar nichts auszusetzen ein :)  

Freitag, 15. März 2013

Bevor du gehst

Bevor du gehst

Autor: James Preller
Verlag: Heyne
Seiten: 222
Preis: 12,99€

Geschichte:
Jude hat einen ganz normalen Plan für den Sommer. Jobben, Strand, Freunde und Spaß. Am Strand hat er einen Job in einer Imbissbude, der zwar stressig ist (Hamburger braten, Getränke zapfen,...) aber es sind nette Leute da. Mit Roberto, einem dicken, lustigen Kerl, freundet er sich schon am ersten Tag an. Und dann ist da auch noch Becka, die Schönheit von der Kasse. Jude würde alles tun, um sie kennenzulernen. Und tatsächlich, sie sprechen immer öfter miteinander, und Becka nimmt ihn nach der Arbeit mit nach Hause. Sie verbringen einen wunderschönen Tag zusammen am Strand und beim Minigolfen. Becka ist lustig, nett und sie spielt Gitarre, genau wie Jude. Alles passt einfach.
Judes bester Freund Corey will Becka auch mal kennenlernen, schließlich spricht Jude ständig von ihr. Also organisiert Jude eine Art Doppeldate. Weil aber Jude will, dass Corey auch Roberto mal kennenlernt, lädt er ihn ein, mitzukommen. Am Morgen sagt Becka ab, weil sie krank ist, also ziehen die 3 Jungs alleine los in die Bowlingbahn. Der Abend scheint schön zu werden, Roberto peppt die Colas mit Rum auf, und auch Jude, der eigentlich nicht viel trinkt, ist bald angetrunken. Doch nicht alles, was schön zu werden scheint, wird auch tatsächlich schön. Jude verschlägt es die Sprache, als er Becka sieht, die doch angeblich krank ist. Und dann auch noch lachend auf dem Schoß eines Typen. Für Jude ist der Abend gelaufen, er geht heim.
Becka jedoch sucht das Gespräch mit ihm und erklärt ihm alles. Es ist nur der Freund ihres Bruders gewesen, da ist nix gelaufen. Und das ist es tatsächlich nicht, Becka und Jude kommen zusammen und das Leben wird gleich noch viel schöner.
Als an einem Abend jedoch Jude, Becka, Roberto, Corey und Daphne, eine Freundin vom Jobben, ausgehen wollen, passiert ein Unfall. Daphne sitzt am Steuer des Autos, neben ihr Corey. Als plötzlich ein Tier an der Straße auftaucht, reißt Daphne das Lenkrad um, verliert die Kontrolle und das Auto knallt gegen den einzigen Baum im ganzen Umkreis. Alles außer Corey kommen mit mehr oder weniger leichten Verletzungen davon, nur Jude hat 3 geprellte Rippen und eine Gehirnerschütterung. Doch das ist nicht das schlimmste, was ihm zugestoßen ist. Sein bester Freund Corey ist bei dem Unfall ums Leben gekommen.
Von da an ist nichts mehr, wie es einmal war. Jude zieht sich aus dem Leben zurück, er verweigert jeglichen Kontakt mit seinen Freunden. Auch mit Becka trifft er sich nicht mehr, bis sie die Initiative ergreift und ihn zu einem Picknick aus dem Haus schleift. Doch Jude hat keine Lust mehr. Er lässt Becka ablitzen. Sie ist zutiefst gekränkt. Auch Roberto stößt auf Granit, wenn auch nicht ganz so ruppig. Die anderen versuchen es erst gar nicht, Jude scheint keine Lust mehr auf sein ganzes altes Leben zu haben, denn eigentlich hat das alles ja gar keinen Sinn, oder?

Meine Meinung:
Schon lang hab ich kein Buch mehr gelesen, das so unglaublich war, ich hab nur einen Tag gebraucht, um damit fertig zu werden. Die Charaktere sind unglaublich gut gezeichnet, man verliebt sich sofort mit Jude in Becka und es fühlt sich schon nach wenigen Sätzen an, als würde man alle schon ein Leben lang kennen.
Die Geschichte ist nicht gestellt oder übertrieben fröhlich oder traurig. Sie wirkt realistisch, was wenigen Autoren so wirklich gelingt.
Ob es nun gut ist, dass sie wirklich nur so kurz ist, das weiß ich selber noch nicht. Eigentlich hätte ich unglaublich gerne noch mehr gehört, wie es weitergeht, aber vielleicht war am Ende wirklich das Ende erreicht und mehr Worte hätten die Gesamtheit zerstört.
Ein unglaubliches Buch, das davon erzählt, wie sich das gesamte Leben innerhalb einer Sekunde wegen einer einzigen falschen Bewegung vollkommen ändern kann. Ein Zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort-Buch. 

Copyright Bild: http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/buecher-literatur/kritik/buch-bevor-du-gehst-james-preller-erzaehlt-von-momenten-die-ein-ganzes-leben-fuer-immer-wenden-koennen.html

Freitag, 8. März 2013

Alles dreht sich

Alles dreht sich

Autor: Rosemarie EichingerVerlag: Chicken HouseSeiten: 200
Preis: 13,99€

Geschichte:
Was seit Wochen Kopfschmerzen sind, wird schließlich vom Arzt diagnostiziert: Hirntumor, Überlebenschance: Wenig. Chemo möglich? Ja.
Mit diesen Informationen überrumpelt, rennt Linda aus dem Behandlungszimmer. Was? Wie? Wo? Sie soll sterben? Jetzt schon? 15 ist dafür doch viel zu jung. Geschockt lässt sie sich auf der Bank im Krankenhauspark nieder. Versunken in Gedanken sitzt sie da, bis plötzlich ein Junge neben ihr sitzt. Er heißt Max, das weiß sie, sie hat ihn schon ein paar Mal gesehen. Kaum Haare hat er, er ist groß und schlacksig. Und er hat auch Krebs, erzählt er ihr. Ebenfalls nicht mehr lang zu leben. Aber er will in seinem Leben noch etwas erreichen, und stellt eine Liste auf mit Dingen, die er & Linda in der verbleibenden Zeit schaffe wollen. So begeistert ist Linda anfangs nicht, doch es ist immer noch besser, als depressiv daheim zu sitzen.
Ziel Nr 1: So viel schreien, fluchen und schimpfen wie möglich.
Linda erzählt ihrer besten Freundin Pia von dem Tumor und auch sie macht, wenn auch ziemlich unfreiwillig bei der Liste mit.
Nächstes Ziel: Sich für Andere einsetzen. Die 3 drucken Aufkleber mit Aufschriften wie „Dieses T-Shirt kostet 8€. Seine Näherin verdient nicht mal 1€ in der Stunde.“ und kleben diese auf Klamotten in Geschäften. Dass sie damit nicht die Welt verbessern werden, ist ihnen klar, aber vielleicht denken andere Menschen so darüber nach.
Die zweite Aktion ist auffälliger: Sie sortieren ihre Klamotten aus und schmücken mit den aussortierten Sachen die ganze Stadt. Litfaßsäulen, Bänke, alles, was ihnen in den Weg kommt. Wieder mit Aufschriften, wie bei den Aufklebern.
Diese Aktion bringt offensichtlich tatsächlich andere zum Nachdenken, denn schon am nächsten Tag finden die 3 in der ganzen Stadt ähnliche Kunstwerke, wie die ihren.
Nach diesem Erfolg planen sie die nächste, größere Aktion, und danach die nächste, nächste und wieder nächste.
Mit jeder Aktion werden die 3 bessere Freunde, auch Pia, die anfangs so gar nicht mit Max klarkam, scheint sich jetzt wohlzufühlen.
Doch es kann doch nicht immer so weitergehen, oder?

Was denk ich?
Das Buch hat mir gut gefallen, definitiv.
Es steht nicht der Krebs im Vordergrund, sondern die Mission, die Welt zu verändern. Dadurch bekommt das Buch einen belehrenden Nebenton, der mir zumindest nicht so gepasst hat.
Der Klappentext verschweigt den meisten Inhalt des Buches, wenn man den liest, denkt man, eine rasante Geschichte erwartet einen, mit waghalsigen Aktionen wie Brückenspringen oder so. Da ist die „Wir retten die Welt“-Story dann doch ein bisschen enttäuschend.
Das Buch ist locker geschrieben, kurze, provokante Sätze, Umgangssprache, wenige Details. Alles auf den Punkt gebracht, also ein Buch, dass sich schnell durchlesen lässt.
Für weniger anspruchsvolle Leser definitiv wunderbar, wer aber eine Geschichte mit mehr Leben und Wahnsinn will, der sollte es lieber nicht lesen :)

Mittwoch, 27. Februar 2013

Antonia Lucia Labellas brillanter Plan


Autor: Donna Freitas
Verlag: Gabriel
Seiten: 299
Preis: 14,95 €

Worum geht’s?
Antonia Lucia Labella lebt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter zusammen in Providence in den USA. Sie ist 15 Jahre alt und ihre zwei Ziele für die nächste Zukunft sind 1. Von Andy Rotellini ihren ersten Kuss bekommen und 2. Die erste lebende Heilige zu werden.
Heilige zu werden mag für eine 15-jährige vielleicht ein bisschen ungewöhnlich sein, doch Antonia findet das gar nicht. Schon beinahe immer spielen Heilige in ihrem Leben eine große Rolle. Als sie 8 war, hat ihr Vater ihr ihr erstes Heiligentagebuch geschenkt, in dem jeder Heilige eine Seite hat. Mit einem Bild von ihm und einem Briefumschlag drunter, in den Antonia all ihre Fürbitte und Gebete, die sie an diesen Heiligen richtet, reinsteckt. Der heilige Antonius, der Schutzpatron für verlorene Dinge ist der Heilige mit den meisten Briefchen im Umschlag.
Um Heilige zu werden, muss man 3 Dinge erfüllen: 1. muss man 2 Wunder bewirken 2. muss man eine möglichst große Bekanntheit für eine bestimmte Fähigkeit erlangen und 3. muss man tot sein. Da Antonia beschlossen hat, eben die erste lebende Heilige zu werden, fällt Punkt Nr 3 für sie weg und sie kann sich voll und ganz auf die ersten 2 Punkte konzentrieren.
Jeden Monat schreibt Antonia einen Brief an den Vatikan mit einem Vorschlag für einen neuen Heiligen und schlägt sich gleich selbst vor. Doch entweder kommt gar keine Reaktion oder Ablehnungsschreiben. Dass Antonia da irgendwann frustriert wird, ist vorrauszusehen.
Und dann muss sie ja auch noch nebenbei in die Schule gehen, die eine strenge katholische Schule mit Nonnen und vorgeschriebenen Rocklängen ist und im Laden ihrer Mutter
Labellas Lebensmittelmarkt mithelfen, in dem es die besten selbstgemachten Pasta gibt, die man kriegen kann.
Doch gerade der Laden ist es, der ihr Andy Rotellini näher bringen soll. Denn genaus dieser ist der neue Helfer im Laden. Kann man sich etwas Besseres vorstellen? Ja, denn als der so lang herbeigesehnte Moment endlich zu kommen scheint, Andy und Antonia allein sind und der erste Kuss kurz bevor steht, entpuppt sich Andy als jemand ganz anderes, der überhaupt nicht so wundervoll ist, wie Antonia immer dachte.
Doch da ist noch Michael und vielleicht ist der ja viel mehr wundervoll, als Antonia meint?

Was denk ich?
Erst mal war ich ein bisschen kritisch. Der rosa Einband und das allgemein recht süß gestaltete Design wirkte auf mich ganz schön kitschig und auch Antonia kam mir in den ersten Kapiteln vor, als wäre sie 12 und nicht 15. Das legt sich aber mit der Zeit und auf einmal gehört einfach alles dazu. Der rosa Einband genauso wie Antonias Alter.
Am Ende saß ich einfach nur noch da und wollte wissen, wie es weitergeht, und gleichzeitig wollte ich es nicht, weil dann ja das Buch zu Ende wäre.
Die Geschichte ist einfach superschön und ein bisschen Magie ist auch dabei. Es gibt die klassische Zicke, die beste Freundin, den Schwarm, der sich als Idiot entpuppt und den Kerl, der mit jedem Mädchen rummacht, aber eigentlich doch ganz anders ist, als er vorgibt, zu sein. Hört sich an, wie eine ganz typische Geschichte? Ist es nicht, das kann ich euch sagen. 

(C) Bild: https://www.morebooks.de/books/gb/published_by/gabriel-verlag/6592/products 

Montag, 15. Oktober 2012

Wie viel Leben passt in eine Tüte?



Autor: Dana Freitas
Verlag: Gabriel
Seiten: 397 Seiten
Preis: 18,95 €

Geschichte:
Rose ist totunglücklich, als ihre Mutter an Krebs stirbt, als sie selbst gerade mal 16 ist. Ihre Mutter, die der Krankheit schon einmal die Stirn geboten hat und sie tatsächlich besiegt hatte. Ihre Mutter, von der niemand dachte, dass der Krebs noch mal zu ihr zurückkommt. Weil sie vor Freude über ihre Genesung vergessen hatte, dass Krebs nicht heilbar ist. Und vor allem, dass speziell diese Krebsart, wenn sie noch mal zurückkommt, nicht mehr heilbar ist. Alles das hatten sie vor lauter Freude und Glück vergessen. Doch es kommt anders und das Unglaubliche passiert, der Krebs kommt wieder und diesmal ist nichts mehr zu machen. Es ist zu spät für Rose´ lebensfrohe, bunte Mutter, die hunderten von Menschen Survival-Kits bastelt, die solche Freude an ihrem Beruf als Grundschullehrerin hat und so viele Kinder begeistern kann. Die Frau, die ihren Garten liebt und solch eine Lebensfreude in sich trägt, diese Frau stirbt letztendlich am Krebs.
Danach vermeidet Rose Nähe, das Cheerleadertraining, das sie früher so gemocht hat, ja, sie hört sogar keine Musik mehr, obwohl diese sonst ein wichtiger Teil ihres Lebens und daraus nicht mehr wegzudenken war. Rose denkt, sie würde nie wieder glücklich sein. Als ihr Freund, der beliebteste Junge der Schule, Chris Williams, auch noch die Schnauze von ihrer Zurückgezogenheit und undurchdringbaren Trauer voll hat, und Schluss macht, wird es auch nicht unbedingt besser.
Doch am Tag der Beerdigung hat Rose im Kleiderschrank ihrer Mutter an dem nachtblauen Kleid mit den vielen silbernen Punkten, das sie selbst immer anziehen wollte, aber nicht durfte, ein Survival-Kit von ihrer Mutter nur für sich gefunden. Ihr erstes und wohl auch letztes, das nur für Rose ist. Rose hat noch nie eines bekommen. Alle anderen, ja, aber Rose, ihr Bruder und ihr Vater nicht.
In der braunen Papiertüte mit der hellblauen Schleife findet Rose einen iPod, einen silbernen Papierstern, einen Papierdrachen, ein Foto von Pfingstrosen, eine Packung Buntstifte und ein Kristallherz an einer Kette.
Lange bringt sie es nicht über´s Herz, sich den Dingen zuzuwenden, doch irgendwann beginnt sie, nach den Aufgaben hinter den Gegenständen zu suchen. Die erste Aufgabe, die sie beginnt, verbirgt sich hinter dem Bild mit den Pfingstrosen. Rose ist klar, was ihr dieses Bild sagen soll: Sie soll im Garten ihrer Mutter Pfingstrosen pflanzen. Doch wie soll sie das hinbekommen? Sie hat nicht den blassesten Schimmer, wie man Blumen pflanzt. Aber da ist jemand, der sich wunderbar auskennt: Will Doniger, der sich seit Jahren darum kümmert, dass im Garten der Rasen gemäht ist, das Unkraut gezupft ist und vieles mehr. Seit Jahren macht er das nun schon, seit er den Gartenpflegebetrieb seines Vaters, der ebenfalls an Krebs gestorben ist, übernommen hat. Rose hat ihn nie weiter beachtet, er war eben einfach da. Doch von da an, seit sie gemeinsam die Pfingstrosen gekauft und gepflanzt haben, hat sich etwas zwischen ihnen verändert.
Will nimmt sie zu jedem seiner Eishockeyspiele mit und danach sitzen sie noch stundenlang im Auto und unterhalten sich. Mit Wills Hilfe findet Rose langsam wieder zu sich selbst zurück. Die erträgt die Alkoholexzesse ihres Vaters, die Anwesenheit ihrer harschen Großmutter  und, zu guter Letzt, schafft sie es, die Aufgaben in ihrem Survival-Kit zu bewältigen.
Doch als Will ihr nicht zur Seite steht, als sie es am meisten bräuchte, verliert sie ihn innerhalb weniger Minuten. Kann sie ihm das verzeihen? Dass sie statt seiner Hilfe die Hilfe ihres Ex-Freundes Chris annehmen muss. Dass er sie im Stich gelassen hat, als sie es brauchte?
Zum Glück ist da aber nicht nur Will, sondern auch Rose´ Freundinnen Krupa und Kecia, auch die beiden helfen Rose über die schwere Zeit hinweg.

Eigene Meinung:
Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, habe extra Pausen gemacht, um nicht fertig zu werden und habe mit den Tränen gekämpft, als ich die letzte Seite umgeschlagen habe und auf die Danksagungen gestarrt habe.
Dieses Buch ist eines der wundervollsten Bücher, die ich jemals in meinen Händen gehalten habe, und glaubt mir, das waren schon viele.
Es ist superschön geschrieben, es gab absolut keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler und man versinkt so richtig in der Geschichte. Rose kam mir bald vor, wie eine gute Freundin, so toll waren ihre Gedanken beschrieben. Man kann sich in alle Figuren hineinversetzen, man erlebt die Hochs und die Tiefs dermaßen intensiv, dass man das Gefühl hat, selbst dabei zu sein.
Noch dazu ist das Layout einfach wunderschön, die Seitenzahlen sind in einer eleganten Schrift geschrieben, die sich deutlich vom Text abhebt, genauso die Kapitelüberschriften, die nicht einfach nur Überschriften sind, sondern Lieder, die auch noch was mit der Geschichte zu tun haben und die hinten noch mal alle aufgelistet sind.
Kurz und gut: Ich bin begeistert von diesem Buch und empfehle es jedem, absolut jedem weiter!


Donnerstag, 20. September 2012

By the time you read this, I´ll be dead



Julie Anne Peters
Kosmos Verlag
232 Seiten
12, 95€

Geschichte:
Nach zwei gescheiterten Selbstmordversuche, wobei der letzte damit endete, dass sie eine Halsmanschette tragen muss und nicht sprechen kann (Ammoniak und Bleichmittel sind halt nicht so das Beste für die Stimmbänder), hat Daelyn jetzt vor, sich wirklich endgültig umzubringen. Und zwar mit einer effektiveren Methode, als allen anderen, die sie bisher angewendet hat. Im Internet stößt sie auf eine Seite, die sich Durch-das-Licht.com nennt, und die Menschen, die sich selbst umbringen wollen, Hilfe und Anregungen gibt. Daelyn meldet sich an, und stimmt zu, das Leben in 23 Tagen zu beenden. Ihr kann es eigentlich nicht schnell genug gehen, am liebsten würde sie das morgige Datum eingeben. Doch das geht nicht. Der Mindestzeitraum liegt bei 23 Tagen, da kann auch Daelyn nichts dran ändern.
Nur, warum will Daelyn sich ermorden? Nun, seit ihrer Kindheit ist sie ein Mobbingopfer. Früher war sie dick und übergewichtig. Ein wunderbarer Grund, jemanden zu mobben, nicht wahr? Als hätte man allein mit seinem Gewicht nicht schon genug zu schaffen, nein, da müssen auch noch ein paar andere kommen, und sich drüber lustig machen.
Die Tage schreiten voran und voran. Daelyn ist mir Vorbereitungen beschäftigt, wie sie sich umbringen soll, wo und so weiter. Doch da ist noch Santana, den sie auf der Bank in der Schule, wo sie immer auf ihre Mutter, die sie jeden Tag von der Schule abholt, um jede Möglichkeit eines Selbstmords zu verhindern, wartet, kennenlernt. Er redet mit ihr, obwohl sie ihm nie antworten kann. Er macht Witze, er gibt nicht auf und er lässt sie bei sich zu Hause warten, bis ihre Mutter sie abholt. Er leiht ihr sogar seinen Laptop. Was sie damit will, weiß er nicht, doch für sie ist es die einzige Möglichkeit, weiterhin auf Durch-das-Licht.com zugreifen zu können. Ihre Eltern haben nämlich eine Netzwerküberwachung eingeschaltet, damit Daelyn nicht auf Selbstmordseiten gehen kann.
Die Zeit rückt näher und näher und Daelyn bereitet sich mehr und mehr darauf vor. Sie entsorgt die meisten ihrer Sachen, liest ihre Lieblingsbücher noch einmal und zu guter Letzt versucht sie, Nähe und Freundschaften zu meiden.
Doch damit allein ist es doch noch nicht getan, oder?

Cover:
Das Cover ist in zwei Teile geteilt. Das untere Drittel ist schwarz und in weiß steht in Schreibmaschinenschrift der Titel des Buches und in rot, und etwas modernerer Schrift steht der Name der Autorin darunter. Das obere Drittel ist mit einem Bild von einem Mädchen, das sich in seinem Bett zusammengerollt hat. Über das Bild verteilt sind Ausschnitte aus der Seite Durch-das-Licht.com, die wieder in Schreibmaschinenschrift in schwarz geschrieben sind.

Eigene Meinung:
Positives:
 
-Das Thema ist ein Jugendthema, das möglicherweise viele Jugendlichen beschäftigt, beziehungsweise über das schon viele mal nachgedacht haben.
- Die Geschichte ist fesselnd geschrieben und es werden viele Dinge nicht immer sofort preisgegeben, sodass man sich selbst Fragen stellt und den Sachen auf den Grund gehen will.
- Daelyn erzählt immer wieder was aus ihrem früheren Leben und über Dinge, die sie zu ihrem Selbstmord bewegen, so erhält man einen gewissen Einblick in ihre Gedanken.
Negatives:
- Das Buch endet, meiner Meinung nach, ziemlich abrupt, aber irgendwie passt es auch dazu.
- Der Buchtitel passt nicht so richtig zum Buch. Es wird nirgendwo irgendein Schriftstück erwähnt, welches Daelyn für irgendjemanden schreibt. Aber vielleicht soll es das Ganze auch nur autentischer machen, also quasi so, dass Daelyn dieses Buch als Abschiedsbrief geschrieben hat und derjenige, der es jetzt liest, liest eben ihren Abschiedsbrief. In dem Moment, in dem man es liest, ist Daelyn schließlich tot.

Also, Alles in Allem überwiegen die Pluspunkte, sehr schönes Buch!
Und vielen Dank an den Kosmos-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 18. September 2012

Mind Games



Friederike Schmöe
Kosmos Verlag
245 Seiten
12,95€

Geschichte:
Als Kris vom Schullandheim mit seiner Klasse zurückkommt, findet er seine Schwester Aki völlig verändert vor. Sie isst nicht, reagiert nicht, wenn man mit ihr spricht und zittert.
Kris hat das Gefühl beobachtet zu werden und findet eines Abends, als er draußen auf dem Deck der Susanna, dem Boot, auf dem er mit seiner älteren Schwester lebt, seit ihre Eltern gestorben sind, eine Kamera am Boot installiert, die offensichtlich alles aufzeichnet, was auf dem Boot vor sich geht. Schon das kommt ihm merkwürdig vor. Aki würde doch nicht ihr eigenes Zuhause überwachen, oder? Am Abend findet er im Bootsinnenraum noch eine Kamera und spätestens jetzt ist ihm klar, dass die Kameras nicht von Aki installiert sind. Auf dem Boot ist nichts Wertvolles, das sich lohnen würde, zu klauen. Also müssen die Kameras von irgendjemand anderem installiert worden sein. Doch wer? Und wieso? Noch am selben Abend wird Kris‘ gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Wieder einmal. Seine Schwester Aki wird entführt, während Kris noch rechtzeitig durch die Luke ins Wasser springen kann und so den Entführern entkommt. Noch in der Nacht schlägt er sich bis zu seinem Freund Jon, der in der Stadt wohnt, durch. Er schüttet ihm sein Herz aus und Jon und auch Val, ihre gemeinsame Freundin, wollen Kris helfen Aki wieder zu finden. In zahllosen Recherchen kommen sie auf eine Spur, die sie zu dem großen Pharmakonzern Glinka InterLabs führt, eine Firma, die Mittel gegen Psychosen herstellt. Doch nicht alles an Glinka InterLabs ist so sauber, wie es nach außen hin scheint. Anscheinend hat die Firma bei einem Medikamentenversuch 3 Todesopfer und einige lebenslang Geschädigte einbüßen müssen. Was ist, wenn Aki als unfreiwillige Versuchsperson „arbeitet“?
Die drei Freunde suchen auf jeder Spur, die sie finden könne. Die Polizei will ihnen nicht glauben. Nur Jons Vater hilft ihnen und bringt sie ein ganzes Stück weiter. Doch als sich Kris und Val mit Isa, einer Frau, die sie auf Facebook kennengelernt haben, die angeblich etwas von Versuchen mit Medikamenten weiß, treffen, finden sie sich plötzlich in einer Art Krankenhaus wieder.
Werden nun auch sie für Medikamententest missbraucht?

Cover:
Das Cover ist in zwei Teile geteilt. Im unteren Teil, der in schwarz gehalten wird, steht der Buchtitel in grauen Großbuchstaben, die zusätzlich mit zwei Schatten versehen sind. Untendrunter steht der Name der Autorin in grün. Grün ist auch der obere Teil des Covers gehalten. Dort sieht man einen Jungen und ein Mädchen Hand in Hand durch einen grünlichen Gang mit Luftschlitzen rennen.

Eigene Meinung:
Mich hat das Buch sehr gefesselt. Vor allem, weil das Thema ein ziemlich modernes ist, denn eine Psychose und andere neumodische Erkrankungen können heutzutage jeden treffen. Man erfährt eine Menge darüber, wie sich Psychosen äußern, wie man sie behandelt und woher sie kommen.
Die Personen gefallen mir sehr gut, vor allem Jons Vater ist mir sehr sympathisch. Val geht mir persönlich ab und zu auf die Nerven, aber eigentlich ist sie schon okay.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass es die Band, die ab und zu genannt und deren Lieder auch zitiert werden, auch tatsächlich gibt. Oft werden für Bücher ja einfach irgendwelche Bands erfunden, aber die Beatsteaks gibt es tatsächlich.
Das Buch wird zwar zum letzten Drittel hin ein bisschen langweilig, weil viele Dinge einfach wiederholt werden, aber das ist nur ein kurzes Stück.
Was mir allerdings wieder gut gefällt, ist, dass es nicht nur Psychose, Krankheit und Aki geht, sondern es windet sich auch eine kleine Liebesgeschichte hindurch. Dass diese allerdings darin besteht, dass sowohl Kris als auch Jon in Val verknallt sind, finde ich jetzt wiederum weniger gut.
Im Endeffekt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich bedanke mich herzlich beim Kosmos-Verlag für das Rezensionsexemplar!